Durch Wiederholung wird dummes Geschwafel nicht wahrer

Am 7. September 2023 tritt der AfD-Führer auf. Der Tagesspiegel berichtet: „Gleich zu Beginn der Gegendemonstration konfiszierte die Brandenburger Polizei ein Plakat mit der Aufschrift ‚Björn Höcke ist ein Nazi‘, weil dieses möglicherweise den Straftatbestand der Beleidigung erfüllte, hieß es von der Pressestelle. Nun prüfe die Staatsanwaltschaft die Parole. Der Vorfall hatte zur Folge, dass im Laufe des Abends immer wieder lauthals der Slogan durch die Gegendemonstranten angestimmt wurde.“

Ich vermute, unter jenen „Gegendemonstranten“ waren solche, die kürzlich in der Affäre um ein Flugblatt des bayerischen Freie-Wähler-Chefs Hubert Aiwanger die „Verhamlosung des Holocaust“ beklagt haben. Sie selbst dürfen das natürlich. Ihre eigene Geschichtsvergessenheit ist erlaubt, nein, sogar moralisch geboten. Bähhh …

Björn Höcke hat keine Diktatur errichtet oder an ihr mitgewirkt, er hat keine Massenmorde begangen. Mag sein, dass er davon träumt; und dass er nach einem Gerichtsurteil ein „Faschist“ genannt werden darf, weist darauf hin, dass dies den Tatsachen entsprechen könnte. Er hängt gewiss einer totalitären Ideologie an. Man mag ihn mit Fug und Recht einen „Neonazi“ nennen. Aber im Land der Täter keinen Unterschied zu machen zwischen den Tätern und denen, die ihnen gedanklich nachfolgen, ist eine Verharmlosung der Taten der Nazis.

Wie ich am 3. November 2023 dem → Neuen Deutschland entnehme, bin ich nicht der Einzige, der verschwiemelte Begriffe für verwaschenes Denken hält. „Wo alle Nazis sind, ist keiner mehr Nazi“, meint Frank Jöricke: „Das Wort ‚Nazi‘ sollte jenen vorbehalten bleiben, die sich – wie es die Staatsanwaltschaft Frankfurt formuliert – ‚in eindeutig nationalistisch-völkischer Weise mit rassistischen Anklängen und unter Hervorhebung eines natürlichen Führungsanspruchs der Deutschen‘ äußern.“