Klimaschutz als Kirchenersatz

Politik in der Demokratie entsteht im Wettstreit der Argumente. Im Idealfall. Realiter wird gelogen und gehetzt, was das Zeug hält. Und dass die dümmsten Bauern die dicksten Kartoffeln ernten, beweist der Aufstieg von Habeck und Baerbock. Es ist zum Verzweifeln, und manchmal könnte man nur schreien.

Schreien, um das eigene Leiden auszustellen, ist kein Argument, aber inzwischen das Einzige, was die Sekte anzubieten hat, die „Klimaschutz“ auf ihre Monstranz geschrieben hat. Sie hält ihre Treffen in evangelischen Kirchen ab, und sie schämt sich nicht, mit dem Führer der Kinderschänder-Sekte, dem unfehlbaren Papst ins Bett zu gehen (→ Dagmar und die Nähmaschine).

Inzwischen geht es längst nicht mehr um Klimaschutz. Die Klima-Kleber und ihre Anhänger haben offenbar begriffen, dass sie den Wettlauf verloren haben. Wenn sie im Anschluss an ihre Opferungsaktionen auf den Straßen nach Bali jetten, sehen sie darin keinen Widerspruch. Unlängst erklärte der Obermotz der grünen Bessermenschen auf einer Luftfahrtkonferenz, es sei „weltfremd“, aufs Fliegen zu verzichten, um das Klima zu schützen. Haltung ist etwas, das gefälligst nur alle anderen einzunehmen haben. Die, denen diese Sprösslinge von Besserverdienenden vorschreiben möchten, wie sie zu leben haben. Die sie gern beherrschen möchten wie ihre Vorfahren.

Die „Letzte Generation“ hat sich inzwischen ganz darauf verlegt, ihren Nachruhm als Märtyrer zu pflegen. Sie schreien theatralisch, wenn sie von der Straße geräumt werden. Nicht alle, aber immer mehr tun so, als wurden sie dabei von der Polizei gefoltert. Kameras klicken und halten die Bilder fest, die heute auf X und später in den Kirchen aufgehängt werden. Wenn schon die Weltrettung nicht klappt, ist ihnen die Heiligenverehrung sicher.

Evangelische Pastor*innen sind da ganz bei ihnen. Die, denen die Herde längst weg gelaufen ist, laufen mit Inbrunst allem nach, was eine Herde werden könnte. Und der Papst, egal, welchen Namen er trägt, hat schon immer mit allen gemeinsame Sache gemacht, solange es seiner Macht frommte. Niemand kennt sich mit der Dehnbarkeit der Moral so gut aus wie die Moralprediger.

Gottlob gibt es auch Millionäre, von denen die Sekte gesponsert wird. Womit die ihr Geld gemacht haben? Egal, Geld stinkt nicht. Im Zweifel gibt es ja das Greenwashing, die Machenschaften von Werbeagenturen, die jeder ökonomischen Aktivität ein ökologisches Etikett aufzupappen imstande sind.

Wer kein Fleisch ist und keine Milch trinkt, rettet die Welt. Und lebt gut von den Zinsen seines Erbes. Ehedem wurden die Klöster mit den Kindern der Reichen gefüllt, die kein Erbe antreten konnten. Heute kleben sich die Kinder der Vermögenden auf die Straße, während sie ihr Erbe verbraten. Und halten sich jedenfalls ebenso für von Gott auserwählt.

Den gleichermaßen gut betuchten Journalisten der Leitmedien ist es keine Zeile wert, dass das Klima- und Gendergedöns, die ganze woke Weltsicht, die sie täglich propagieren, lediglich eine Angelegenheit ihrer eigenen, der oberen Mittelschicht ist. Die Oberschicht schert sich darum ebenso wenig wie die Unterschicht. Die einen stecken zu tief im Existenzkampf, um viel Mühe auf Äußerlichkeiten zu verschwenden. Und denen ganz oben war die Moral und das, was die unter ihnen von ihnen denken, schon immer herzlich egal.

Weil die Politik auch in der Demokratie eben kein Wettstreit der Argumente ist, sondern von denen bestimmt, die das meiste Geld haben, ist die ganze Aufregung um das Klima allein dazu gut, der „Letzten Generation“ und „Fridays for future“ die Heiligenverehrung zu verschaffen, nach der es sie so sehr gelüstet.