Weil sie sonst nichts gebacken kriegt, will die Regierung nun die Einsamkeit bekämpfen

Der Einsamkeitsbeauftragte hat geklingelt. Ich habe nicht aufgemacht.

Noch ist dieser Satz Fiktion. Geht es aber nach einer gewissen Lisa Paus, ihres Zeichens Bundesfamilienministerin, wird diese Belästigung bald Wirklichkeit. Ihre Partei, die Grünen, hat nämlich ein Problem mit der Freiheit. Sie kann es nicht ertragen, wenn die Leute so leben wollen wie sie mögen. Die Grünen wissen einfach am besten, was gut für alle anderen ist, und sie wollen politische Macht, um ihre Heilsversprechen durchzusetzen. Die Grünen sind die neuen Nazis. Punkt.

Nachdem sie mit ihrer Klimapolitik grandios gescheitert und mehr statt weniger Kohlekraftwerke in Betrieb sind und das angeblich böse Gas aus Russland durch das vermeintliche gute Fracking-Gas aus den USA ersetzt wird, sucht die grüne Sekte ein neues Betätigungsfeld für ihre bessermenschlichen Ambitionen.

Jetzt also wollen sie die Einsamkeit bekämpfen. Denn wer einsam ist, ist krank. Wer nicht beim Ringelpietz der Grünen mittanzen will, kann ja nur krank sein.

Unterstützung erhält die Sekte, wie ich dem → Tagesspiegel entnehme, vom Sozialverband Deutschland. „Während der Corona-Zeit, als sich Menschen isolieren mussten, haben wir Wohlfühl-Anrufe gemacht“, sagt eine Vertreterin dieser Lobbyorganisation. „Ansonsten fragten die Mitglieder des Verbands Betroffene immer wieder, wie es ihnen gehe. ‚Wir machen präventive Hausbesuche, bieten Einkaufshilfen an sowie Fahrdienste, um Mobilität zu ermöglichen‘“.

„Präventive Hausbesuche“! Woran erkennt das Sozialverbandsmitglied eigentlich Einsame? Keine Ahnung. In dem verschwurbelten Werbe-Artikel des Tagesspiegel steht dazu kein Wort.

„Ein Viertel aller Deutschen fühlt sich sehr einsam, wie die Deutsche Depressionshilfe in diesem Jahr feststellte.“ Da haben wir es! Einsamkeit ist Depression ist Krankheit. Höchste Zeit, dass der Nachbar den Notruf wählen kann, wenn jemand keinen Bock auf Tratsch im Treppenhaus hat.

„‚Es ist nun Winter, es wird dunkel und die Menschen sehnen sich nach Nähe‘, mit diesen Worten untermalt Paus die Vorstellung ihrer Strategie. Die Einsamkeit in Deutschland wird sie damit nicht beenden können. Dass es das Thema auf die Tagesordnung der Politik geschafft hat, ist jedoch ein Erfolg, den sich Lisa Paus durchaus auf die Fahne schreiben kann.“

Und den Weihnachtsmann gibt es doch! Sie ist eine Weihnachtsfrau und hat Pausbacken, mit denen sie heiße Luft ausbläst.

Geld wird die Bundesfamilienministerin nicht ausgeben für ihre Anti-Einsamkeitsstrategie. Denn dann müsste sie etwa die Bezüge für Bürgergeld erhöhen, damit die, die darauf angewiesen sind, sich zum Beispiel den Besuch von Veranstaltungen leisten können. Oder neue Klamotten, um nicht unter all den Gesellschaftswesen als Penner erkennbar zu sein. Und keine Mobilitätshilfe vom Sozialverband brauchen, sondern Fahrkarten bezahlen können.

Stattdessen wird es wohl grünsoziale Blockwarte geben, die darauf achten, dass sich niemand von der Volksgemeinschaft ausschließt. Dass keiner, dem der Betreuungswahn der grünen Bessermenschen auf den Keks geht, mit seiner Absonderung ungestraft davon kommt.

Einsame, raus der Tabuzone! Aber hurtig, zack, zack. Und wer die Tür nicht aufmacht, wenn der Einsamkeitsbeauftragte klingelt, dem wird die grüne Wohlfühlpolizei heimleuchten!

Ich werde bis dahin genießen, dass meine Einsamkeit mir den Kontakt mit hirntoten Tagesspiegel-Autoren erspart.

Ihnen seien diese Sätze von Arthur Schopenhauer um die Ohren gehauen:

„Der wahre, tiefe Friede des Herzens und die vollkommene Gemütsruhe, dieses, nächst der Gesundheit, höchste irdische Gut ist allein in der Einsamkeit zu finden.“

„Nur in der Einsamkeit kann jeder ganz er selbst sein; in ihr allein ist Freiheit.“

„Einsamkeit ist eine Quelle des Glücks und der Gemütsruhe; sie ertragen zu lernen, sollte ein Hauptstudium der Jugend sein.“

„Einsamkeit ist das Los aller hervorragenden Geister.“

„Liebe zu Einsamkeit ist nicht als ursprünglicher Hang da, sondern entsteht erst in Folge der Erfahrung und des Nachdenkens, namentlich der Einsicht in die moralisch und intellektuell elende Beschaffenheit der Menschen.“

Noch Fragen? Dann stellt sie jemand anderem. Ich bin nicht zu erreichen.

Nachdem ich dies geschrieben habe, muss ich Abbitte leisten bei den Autoren des Tagesspiegel. Denn nun entdecke ich auf → t-online.de ein als journalistisch ausgegebenes Machwerk, das um Längen unterirdischer ist und den Autor als grünen Sektenprediger ausweist.

„Neue Volkskrankheit alarmiert Bundesregierung“ ist es alarmistisch betitelt und schwafelt munter weiter: „Einsamkeit ist eine Volkskrankheit, die sich rasant verbreitet.“

Belege? Fehlanzeige. Wenn es um Kritik an Corona-Maßnahmen ginge, hätte der Schreiberling wahrscheinlich „Wissenschaft“ geschrien und denen, die seiner gefühlten Wahrheit zu widersprechen wagen, „Schwurbelei“ vorgeworfen.

„Wo das soziale Netz reißt, verliert eine Gesellschaft ihren Halt.“ Ich sage es ja: Volksgemeinschaft. Gemeinschaft ist etwas anderes als Gesellschaft. Aber das lernt man in der Journalistenschule heutzutage wohl nicht mehr.

„Ein ‚Einsamkeitsbarometer soll die Verbreitung von Einsamkeit in der Bevölkerung regelmäßig untersuchen. Vereine, Verbände, Stiftungen und Religionsgemeinschaften sowie Unternehmen werden eingebunden. Ziel ist eine breite zivilgesellschaftliche Aktion gegen das Alleinsein.“

Einsamkeit ist nicht dasselbe wie Alleinsein. Aber Begriffsgenauigkeit lernt man auf der Journalistenschule nicht mehr. Hauptsache, es knallt, und die Klickzahlen steigen.

Ich komme aus dem Kotzen gar nicht mehr raus.

„Wie wäre es also, wenn sich alle, die diese Zeilen lesen, eine kleine Aufgabe vornehmen: In den Tagen bis Weihnachten rufen sie mindestens einen Verwandten oder eine Freundin an, mit denen sie in diesem Jahr noch nicht gesprochen haben. Ich bin sicher: Sie würden jemanden sehr froh machen.“

Ich hoffe, niemand, dem mein Wohlbefinden in den vergangenen 12 Monaten egal war, kommt auf die hirnverbrannte Idee, mich ausgerechnet zu Weihnachten anzurufen, um sein Gewissen zu beruhigen. Ich bin Agnostiker.

Oder darf ich das nicht mehr sein? Ist meine Gleichgültigkeit gegenüber Weihnachten nicht bereits ein Grund, mich aus der Volksgemeinschaft auszuschließen? Und wenn ich Muslim oder Jude wäre – wäre ich beim Weihnachtsbudenzauber von t-online.de sowieso nicht mitgemeint?

Sic tacuisses, philosophus mansisses.

Dass das Ministerium, wie mehrere Medien übereinstimmend behaupten, für ihre Kampagne gegen die Einsamkeit kein zusätzliches Geld ausgibt, sondern lediglich bereits vorhandene Projekte zusammengeführt werden, erweist sich ohne jede Recherche als faustdicke Lüge. Auf Instagram werde ich, kaum dass die Medien ihre Falschmeldung in die Welt gesetzt haben, mit einem weinerlichen Video belästigt, das zeigt: Die Stammwählerschaft des grünen Gesindels in der Werbebranche profitiert natürlich finanziell von den Umerziehungsideen der Ministerin.

Screenshot eines Instagram-Videos