Bemerkungen über Vorkommnisse vor meiner Haustür
Es geht wieder los: Der Staat betätigt sich als Erzieher. Man erinnere sich: Im vorigen Jahr war Energiesparen die Devise. (→ Lokstedter Steindamm 1) Der gemeinen Bürgerschaft wurde mit aller Macht von Politik und Medien ein schlechtes Gewissen eingeredet, wenn sie sich der Errungenschaften der Zivilisation bediente. Duschen wurde zum Luxus erklärt, und ein Patriarch der Partei der neuen Volksgemeinschaft, der Grünen, empfahl, gleich ganz darauf zu verzichten und sich des Waschlappens zu bedienen.
Damals ging es um die Energie, die zum Aufheizen des Wassers nötig ist, und bei der es sich um böse Energie handelt, nicht weil sie fossil ist, sondern aus Russland kommt. Dieselbe Energie übrigens, die noch ein Jahr zuvor von denselben Leuten gepriesen wurde, die sie nun verdammen. Die Priesterinnen und Priester des einzig wahren Lebens hängen ihr Fähnchen halt in jeden Wind, der gerade vorbei weht.
Nun sind es nicht die Gasspeicher, die sich leeren, sondern die Wasserspeicher. Tatsächlich hat das Gas aller Panikmache zum Trotz gereicht, aber eine Evaluation der Panikmeldungen hat selbstverständlich nicht stattgefunden. Stattdessen wird ein neues Fass auf bzw. zu gemacht.
„Trockene und heiße Sommer leeren die Wasserspeicher schneller, ‚als wir noch vor einigen Jahren erwartet hätten‘“, lässt der Hamburger Umweltsenator vom Staatssender NDR verkünden. Womit würden die Mächtigen den ihnen Untergebenen eigentlich Angst machen, wenn es keinen Klimawandel gäbe? Wenn es Sommer wird und die Sonne scheint, schreien alle Dürre. So geht das Spiel, mit dem die, die sich einen Scheißdreck um ihren eigenen Energie- oder Wasserverbrauch scheren, allen anderen mit dem Zeigefinger drohen.
„Trinkwasser ist nicht nur köstlich, sondern kostbar“, verbreitet der Staatsfunk goldene Worte des Chefs der Wasserwerke. Sein Unternehmen ist zwar kommunal, aber gewinnorientiert. Wenn er den Bürgern das Sparen empfiehlt, klingelt bei ihm die Kasse. Nein, der Staatsfunk liefert keine Informationen über die Unternehmensstrategie, die hinter den Sparappellen steht. Sondern nur eine Liste mit Musiktiteln, deren Länge man gefälligst als Vorlage für die Dauer des Duschens nehmen solle.
Im Staat der Spezialdemokraten und grünen Volksgemeinschaftler sind die Bürger nun einmal nicht mündig, sondern kleine Kinder, die man erziehen muss. Wenn sie dann irgendwann gar nichts mehr wählen dürfen, werden sie sich auch nicht beschweren.

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