Der Philosoph im Odenwald

Amorbach – was für ein Name für einen Ort! Zu den Liebhabern der 4000-Einwohner-Stadt im bayerischen Odenwald gehörte allen voran Adorno, der dort glückliche Stunden verbrachte. „Der Philosoph Theodor W. Adorno (1903–1969) verbrachte in seiner Kindheit die Sommer in Amorbach und betrachtete die Stadt seither als seine Heimat“, belehrt wikipedia.

So sehr ich von Adorno intellektuell beeinflusst wurde (→ siehe hier auf diesem Blog), habe ich mich nie sonderlich mit seiner Biografie befasst. Das Beste, das ich darüber weiß, stammt aus Siegfried Kracauers Roman Georg und ist gehörig verschlüsselt. Unlängst hatte ich Gelegenheit, Einiges nachzuholen und im Bild festzuhalten.

Tatsächlich ist Amorbach inzwischen eine erste Adresse für die Beschäftigung mit Leben und Werk des Philosophen, der zu den einflussreichsten deutscher Sprache im 20. Jahrhundert zählt. (Kein Grund für Nationalismen, da die Deutschen die Schriftsprache mit der Schweiz und Österreich teilen und zumal im angelsächsischen Raum der Wiener → Wittgenstein als der bedeutendere Denker gilt. Ganz zu schweigen davon, dass die Deutschen ihre Dichter und Denker im 20. Jahrhundert selbst nicht sonderlich geschätzt und wie im Fall Adorno geradezu verjagt haben.)

In Amorbach gibt es die → FIA, die Freie Internationale Akademie Amorbach, einen gemeinnützigen Verein zur Förderung von Kunst und Kultur, dessen Ziel es ist, „einen zentralen Ort zu schaffen, an dem interdisziplinär gelehrt, geforscht und künstlerisch gearbeitet wird“. Es werden Ausstellungen und Workshops veranstaltet oder Vorträge gehalten – wie am 10. August 2025 von → Thomas Meinecke, zu dem mit einer Zeichnung von mir eingeladen wird.

2020 initiierte die FIA das Projekt → „Adornos Amorbach“, eine Site im Internet über die Beziehung des Philosophen zum Ort. Mit einer Smartphone-App können Adornos autobiografische Betrachtungen an 13 Kunststationen und in sechs Touren durch Amorbach und seine Umgebung nachvollzogen werden.