Ich bin immun gegen Geldspielautomaten. Mein Vater hatte von irgendwoher einen Apparat bekommen und im Keller aufgehängt. Mit dem Zufall des Spiels machte ich mich als Jugendlicher hinlänglich vertraut – aber ohne den Kitzel des Geldverlusts oder -gewinns, weil ich den Kasten öffnen konnte, dessen Speicher nur die Münzen enthielt, die ich eingeworfen hatte. Ich habe mal mit einem Zocker zusammen gewohnt und treffe gelegentlich Freunde und Bekannte in Spielhallen, ohne in Versuchung zu geraten.

facebook fordert mich bei jedem Eintritt mehrfach auf, jene Site zu bewerben, die das Netzwerk mir bei meiner Anmeldung automatisch eingerichtet hat, weil ich bei Wikipedia eingetragen bin.

Ich soll bestimmte geringe Geldsummen einsetzen, um soundsoviel Besucher auf meine Site zu locken. Dass ich als „Autor/in“ wie ein Gewerbetreibender behandelt werde, ist finanzamtlich korrekt, aber irrsinnig, soweit es jedes Posting in den Sozialen Netzwerken anbelangt.

Gewiss werden auf diesem Wege Karrieren gemacht. Aber dass ich Geld auf meine Postings setze, um sie bekannt zu machen, ist hinsichtlich der Erwartung, diesen Einsatz irgendwann zurück zu bekommen, nur eine Form des Glückspiels, bei dem das Soziale Netzwerk so sicher gewinnt wie die Bank des Casinos oder die Betreiber von Spielhallen.

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