»Betrachten wir nun dieses Frauenporträt von Clouet und fragen wir uns nach den Gründen der tiefen ästhetischen Bewegung, welche die fadengenaue täuschende Wiedergabe einer Spitzenkrause in uns auslöst. Das Beispiel Clouets führe ich nicht zufällig an, denn es ist bekannt, dass er kleiner als in natürlicher Größe zu malen liebte. Seine Bilder sind daher wie japanische Gärten, wie Spielzeugautos und wie auf Flaschen gezogene Schiffskörper Modelle in verkleinerten Maßstab, wie man in der Bastlersprache dazu sagt. Nun stellt sich aber die Frage, ob das Modell in verkleinertem Maßstab […] nicht immer und überall den Typus des Kunstwerks überhaupt verkörpert. Denn eines ist ganz offenkundig: das Modell in verkleinertem Maßstab verspürt eine ästhetische Berufung und woher könnte es diese herleiten, wenn nicht von seinen Ausmaßen?«

Claude Lévi-Strauss, La Pensée sauvage

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