Georg Büchner: Leben und Werk

Büchners Kopf (Zeichnung: urian)

181317. Oktober: Carl Georg Büchner in Goddelau (Großherzogtum Hessen) geboren als erstes Kind von Amtschirurg Dr. Ernst Karl Büchner (1786–1861) und Caroline Büchner, geb. Reuß (1791–1858).

Büchners Kopf (Zeichnung: urian)

1816 – Übersiedlung nach Darmstadt.

1819 – Beginn des Privatunterrichts durch die Mutter.

1822 – Eintritt in eine »Privat-Erziehungs- und Unterrichtsanstalt«.

1825 – Wechsel zum »Pädagog«, dem humanistischen Gymnasium. Erster als Fragment erhaltener literarischer Text: … Augen von der Brandung verschlungen.

1828 – Teilnehmer eines literarisch-politischen Schülerzirkels um die Zwillingsbrüder Friedrich (1814–84) und Georg Zimmermann (1814–81). Freundschaft mit Karl Minnigerode (1814–94). Gelegenheitsgedichte.

1829 – Rede über den Helden-Tod der vierhundert Pforzheimer.

1830Rede zur Verteidigung des Kato von Utika. Über den Selbstmord, Eine Rezension.

Büchners Kopf (Zeichnung: urian)

18312. November: Ankunft in Straßburg. Immatrikulation als Medizinstudent am 9. November. Bekanntschaft mit Louise Wilhelmine »Minna« Jaeglé (1810–80), der Tochter des Zimmerwirts. 17. November: Anschluss an die Studentenverbindung »Eugenia«. Freundschaft mit den Brüdern August (1808–84) und Adolph Stoeber (1811–92), Eugen Boeckel (1811–96), Alexis Muston (1810–88).

183224. Mai, drei Tage vor dem Hambacher Fest: Vortrag in der »Eugenia« über die politischen Verhältnisse in Deutschland. August bis Oktober: Verbringt die Semesterferien in Darmstadt.

18333. April: Frankfurter Wachensturm. 25. Juni bis Anfang Juli: Wanderung mit einem Verwandten und dessen Freunden in den Vogesen. Heimliche Verlobung mit Minna. Semesterferien in Darmstadt. Besuch von Alexis Muston. 31. Oktober: Immatrikulation an der Universität Gießen. November: »Anfall von Hirnhautentzündung«. Zur Erholung im Elternhaus.

Büchners Kopf (Zeichnung: urian)

1834Januar: Zurück in Gießen. Durch August Becker (1814–71) Bekanntschaft mit Dr. phil. Friedrich Ludwig Weidig (1791–1837), Schulrektor in Butzbach, Mitorganisator des Wachensturms und führender Kopf der hessischen Opposition. »Fatalismus-Brief« an Minna. Studien zur Französischen Revolution. 6. bis 8. März: Haftentlassung von Wachensturm-Teilnehmern. Gründung einer »Gesellschaft der Menschenrechte« mit u. a. Becker, Minnigerode, Gustav Clemm (1814–66), Jakob Friedrich Schütz (1810–77), Hermann Trapp (1813–37). Mitte bis Ende März: Entwurf des Hessischen Landboten. Danach Besuch in Straßburg bis Mitte April. Auf der Rückreise Gründung einer »Gesellschaft der Menschenrechte« in Darmstadt. 28. April: Beginn des Sommersemesters in Gießen. Mai: Weidig bearbeitet die Flugschrift. 3. Juli: Versammlung zur Gründung eines »Pressvereins« auf der Badenburg zwischen Gießen und Marburg.

Büchners Kopf (Zeichnung: urian)

5. bis 9. Juli: Büchner und Schütz bringen das Manuskript des Landboten zum Drucker Carl Preller (1802–77) nach Offenbach. 31. Juli: Schütz, Minnigerode und Carl Zeuner (1812–?) holen die Drucke ab. 1. August: Minnigerode wird mit 139 Exemplaren verhaftet. Büchner geht nach Butzbach und Offenbach. Am 4./5. August wird seine Wohnung durchsucht. Ende August/Anfang September: Büchner verlässt Gießen. September: Minna in Darmstadt. Oktober bis Dezember: Planungen zur Gefangenenbefreiung und zur Anschaffung einer Druckerpresse. November: zweite Auflage des Landboten erscheint.

1835Januar: richterliche Verhöre in Offenbach und Friedberg. Abfassung von Dantons Tod. 21. Februar: Versendung des Manuskripts an Karl Gutzkow. Vorladung zum Untersuchungsrichter in Darmstadt. Anfang März: Flucht nach Straßburg. März/April: Vorabdruck von Dantons Tod in der Zeitschrift »Phönix«. April: Clemms Verrat und Massenverhaftung von Verschwörern. Mai: Pläne zum Lenz. Juni: Veröffentlichung des Steckbriefs. Juli: Dantons Tod erscheint als Buch in Frankfurt. Übersetzung von zwei Theaterstücken Victor Hugos (Lucretia Borgia, Maria Tudor), die im Oktober erscheinen. Untersuchungen über das Nervensystem der Barben. Studien über griechische Philosophie, Descartes und Spinoza. Beginn der engen Freundschaft bis zum Tode mit dem Ehepaar Wilhelm (1797–1860) und Caroline Schulz (um 1801–1847).

Büchners Kopf (Zeichnung: urian)

1836April/Mai: Vortrag der Abhandlung Mémoire sur le système nerveux du barbeau in der »Société d’histoire naturelle«. Juni: erste Fassung von Leonce und Lena. 3. September: Promotion mit der Mémoire zum Dr. phil. an der Universität Zürich. Bis Mitte Oktober: Arbeit an Leonce und Lena und Woyzeck. 18. Oktober: Abreise nach Zürich. Wiederbegegnung mit Caroline und Wilhelm Schulz. 5. November: Probevorlesung Über Schädelnerven. Ernennung zum Privatdozenten. November bis Ende Januar: Vorlesung über vergleichende Anatomie. Schreibt an Leonce und Lena und Woyzeck.

18372. Februar: Erkrankung. 15. Februar: Diagnose Typhus. 17. Februar: Minna trifft in Zürich ein. 19. Februar: Tod um halb vier Uhr nachmittags. 21. Februar: Begräbnis. 23. Februar: Weidig stirbt im Darmstädter Arresthaus. 8. April: Dissertation erscheint im Druck.

Büchners Kopf (Zeichnung: urian)

1838Mai: Leonce und Lena erscheint in Fortsetzungen in Gutzkows Hamburger »Telegraph für Deutschland«.

1839Januar: Lenz erscheint im »Telegraph für Deutschland«.

1850 – Die Familie Büchner gibt Nachgelassene Schriften heraus.

1875November: Woyzeck erscheint als »Wozzeck« in der Wiener »Neuen Presse«.

1879Sämmtliche Werke und handschriftlicher Nachlass, Erste kritische Gesamtausgabe, herausgegeben von Karl Emil Franzos.

18917. November: Verurteilung eines Journalisten in Magdeburg zu vier Monaten Haft für den Abdruck von Dantons Tod.

189531. Mai: Liebhaberaufführung von Leonce und Lena in München.

19025. Januar: Uraufführung von Dantons Tod in Berlin.

19138. November: Uraufführung von Woyzeck in München.

1923 – Stiftung des Georg-Büchner-Preises als hessischer Staatspreis zur Kunstförderung; seit 1951 durch die »Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung« in Darmstadt verliehen.

Advertisements