Kindheitserinnerungen auf YouTube

Mein Vater war Schmalfilm-Amateur, wie es damals hieß. Er filmte in 8-mm und Super-8. Auf seinem Projektor liefen nicht nur die eigenen Aufnahmen, sondern auch Kopien von Kinofilmen in Kurzfassungen.

Ich war ein Kind, gewiss noch unter acht Jahren, als ich die Welt des Heimkinos erlebte. »Mit acht ist der Sack zu«, formulierte ein Lehrer eindrücklich. Die bis dahin empfangenen Eindrücke bilden den Bestand, an dem das Individuum sich lebenslang abarbeitet.

Wie prägend die Bilder sind, erfuhr ich, als ich zufällig einen Film auf YouTube anklickte, der sich in der Schmalfilm-Sammlung meines Vaters befand.

War of the Collossal Beast ist in meinem Geburtsjahr 1958 in den USA entstanden und nicht weiter der Rede wert. Ein Militärexperiment misslingt und erzeugt einen Riesen, der Amok läuft.

War of the Colosaal Beast (1958) screenshotWar of the Colosaal Beast (1958) screenshotWar of the Colosaal Beast (1958) screenshotWar of the Colosaal Beast (1958) screenshotWar of the Colosaal Beast (1958) screenshotWar of the Colosaal Beast (1958) screenshotWar of the Colosaal Beast (1958) screenshot

Die Trickaufnahmen sind am überzeugendsten, wenn sie keine sind, sondern der Darsteller des Biests wie das Kind, das ich beim ersten Anschauen war, mit Modellautos spielt.

Ist das nicht der ganze Trick des Kinos: die Infantilisierung der Welt?

Siehe auch

Zeitgeschichte im TV
Tim Frazer in Stade

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