Die derzeitigen »Verkaufsschlager«

Ein verstorbener Freund sprach von seinem »Bauchladen«. Ganz früher, vor meiner Zeit, waren Kleingewerbetreibende und jene, die nicht der Bettelei bezichtigt werden wollten, mit solch einem Gerät unterwegs, einem Schrank mit Schubladen, der wie ein umgekehrter Rucksack vor dem Bauch hing.

Streichhölzer oder Zahnbürsten, der Bauchladen bot das Unterschiedlichste an; es musste nur klein genug sein, um in die Schubladen zu passen. Der Freund bezog sich auf sein Gewerbe als freier Autor. Ich selbst war jahrzehntelang mit einem solchen Geschäft unterwegs.

URIANs ABSEITEN sind ein eben solcher Kramladen, den unterschiedlichste Kundschaft betritt. Das spiegelt sich in der Hitliste der Abrufe.

Nehme ich die Klicks auf die Start- und Kontaktseite sowie mein Selbstporträt aus, sieht sie so aus:

Auf Platz 1 liegen beiläufige Bemerkungen über einen Polizei-Einsatz im Nebel, der unter anderem wohl deshalb am häufigsten aufgerufen wird, weil er recht früh in der google-Ergebnisliste für »Neonazis Stade« auftaucht.

Dass Auszüge aus meinem Graphic Essay über Heinrich Himmlers letzte Tage, die einleitende Seite HIMMELREICH HIRN 1 und die über die Festnahme in Meinstedt, HIMMELREICH HIRN 8, auf Platz 2 und 10 liegen, verwundert nicht, insofern dieses Sujet weniger akademisch als vor allem im Internet verhandelt wird.

Platz 3 belegt eine Betrachtung zu Freundschaftsanfragen von Huren in einem gewissen Sozialen Netzwerk.

Gepanzerte Gedanken auf Platz 4 sind Anmerkungen zu einem Projekt der Bürgerbeteiligung im Hanselstädtchen Stade.

Auf den Plätzen 5 und 6 finden sich zwei Beobachtungen der AfD vor meiner Haustür, Angsthasen in Buxtehude und Gestalten im Schatten.

Nummer 7 ist ein seinerseits historischer Text über eine Randfigur der Kunst- und Literaturgeschichte: Jacques Rigauts Langeweile zum Tode.

Dass auf Platz 8 Der Räuber als Bekannter steht, der erste von mehreren Beiträgen zu einer tatsächlich unabgeschlossenen, von den traditionellen Medien jedoch als aufgeklärt ausgegebenen Kriminalgeschichte von 2016, verweist auf die kritische Korrektur, zu der das Internet immerhin auch taugt.

Auf Platz 9 eine gleichermaßen historische wie erotische Erzählung über Zichy, Zeichner des Zaren.

Über den Tod des Weltkrieg-I-Fliegers Rudolf Berthold im März 1920 in Hamburg-Harburg kursierten allerhand Legenden, als ich die dazu erhaltenen Aktenbestände erstmals gründlich durchsah. Der Harburger Blutmontag ist eine Zeitungsfassung meiner Recherchen.

Um Nationalsozialismus damals und heute geht es auf den Plätzen 12 und 13. Werdegang eines SS-Mörders behandelt das Buch von Alex J. Kay über den Kommandeur eines Einsatzkommandos, in dem die Geschichte eines seiner Untergebenen aus Stade zitiert wird, für deren Darstellung die herrschende Klasse der Stadt mich ächtete.

Braune Bande ist eine Übersicht über die auf diesem Blog gesammelten Studien zum Neonazismus.

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