Aufzeichnungen im Schatten des Corona-Virus

Erste Folge ab 28. März 2020

Zweite Folge ab 23. April 2020

Dritte Folge ab 9. Juli 2020

„Single-Gesellschaft“ war mal so ein Schlagwort, mit dem ein vorherrschender Trend der Gesellschaft beschrieben sein sollte. Ohne auf Sinn und Wahrheit dieses Worts weiter einzugehen: käme die „Vereinzelung“ als Erklärung dafür in Frage, warum Deutschland noch weitgehend glimpflich davon gekommen ist in der Pandemie?

Seit dem 1. Dezember 2020 gelten neue Regeln für den Umgang miteinander in Hamburg, die als „Verschärfung“ vermeldet werden. Nurmehr fünf Personen aus zwei Haushalten dürfen sich treffen. Ich kenne viele wie mich, „Singles“ mit den Merkmalen, die ehedem als grundlegend für die Gesellschaft beschworen wie befürchtet worden waren, die dazu nur mit den Achseln zucken würden.

Vor sechs Wochen wohnte ich einer Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht bei. Bei der vorangegangenen Sitzung im Hochsommer machten die räumlichen Gegebenheiten strenge Auflagen und Teilnehmerbegrenzungen nötig. Die Kammer, die dem Prozess ausdrücklich politische Bedeutung beigemessen hatte, ließ die nächste Sitzung daher in einen geeigneteren Saal verlegen, wozu das Gerichtsgebäude verlassen werden musste. (→ Schwarzer Alltag auf St. Pauli)

Der Aufwand war vergebens. Zum Prozessauftakt hatten sich die Berichterstatter gedrängelt, zum zweiten Tag erschien nur ein Zeitungsartikel. Die fünfköpfige Kammer, jeweils zwei Anwälte für die Parteien, der Kläger und ein Dolmetscher sowie maximal zehn Zuschauer konnten sich mit großen Abständen verteilen. Einmal wurde stoßgelüftet.

Die Fahrten mit Bus, U- und S-Bahn nicht gerechnet, war dies eine der sehr wenigen Gelegenheiten, bei der ich mich in den letzten Monaten nicht allein oder mit einer weiteren Person in einem Raum aufgehalten habe. Zwei andere liegen noch nicht so lange zurück. Ich war in Begleitung in zwei Geschäften; einmal für vielleicht zehn Minuten, einmal nahezu eine Stunde. Ich betone das „in Begleitung“, weil ich mich in Geschäften schon vor Corona nur so lange wie unbedingt nötig aufzuhalten pflegte.

Zufall, dass es lang nicht und ausgerechnet in diesem Jahr vorgekommen ist, dass ich mich privatim mit einer größeren Anzahl von Leuten aus diversen Haushalten getroffen habe. Freilich auch nicht in einem Raum, sondern einem Garten – und soweit ich orientiert bin, hat sich niemand infiziert.

Fünf Leute aus zwei Haushalten sind ein Format, auf das ich verzichten kann. Ich ziehe Zweierbegegnungen vor, und diese lassen sich auch unter Seuchenbedingungen so gestalten, dass keine Gefahr besteht. Nicht nur aus räumlichen Gründen, sondern weil die Achtsamkeit konzentriert werden kann. Muss man sie verteilen, steht plötzlich jemand im Eifer des Gefechts direkt vor der Nase und atmet ins Gesicht.

Sofern mein Umgang nicht ohnehin aus Leuten besteht, die allein leben, sind sie insofern „Singles“, als sie für sich zu stehen und zu gehen verstehen. Die sich nicht durch einen Ehepartner oder eine Gruppe definieren, der sie angehören. Das Nicht-Allein-Sein-Können nennt Edgar Poe im Man of the Crowd den „Geist und das Urbild des tiefsten Verbrechens“.

Vor einer kürzeren Weile blätterte ich wieder einmal in Gustave Le Bons Psychologie der Massen. Ich hatte es zuerst gelesen, nachdem ich bemerkt hatte, dass Sigmund Freud sich in seiner Massenpsychologie und Ich-Analyse auf Le Bons Untersuchungen stützt, 45 Jahre her.

„Er flieht vor dem Alleinsein“, schreibt Poe über der Mann der Menge, und ich zitierte ihn in meiner Studie über Heinrich Himmler, der nur allein war, wenn er schlief. Über den Tagesablauf des Reichsführers-SS ist man allerdings genau deshalb so gut im Bild, weil es für jede Minute Zeugen und Zeugnisse gab und noch ausreichend gibt, um ein scharfes Bild zu erhalten. Selbst wenn Himmler sich allein beschäftigte, mit Lektüre etwa, von Akten wie Büchern, befand sich stets jemand in Rufweite, wovon er ausgiebig Gebrauch machte. (→ Himmlers Ende [2])

Himmler floh so buchstäblich vor dem Alleinsein, dass er selbst zu einem Zeitpunkt, an dem er als Einzelgänger die beste Überlebenschance hatte, nicht auf Gesellschaft verzichten konnte. Seine Entourage verringerte sich im Verlauf der letzten Tage, aber noch, als er, bereits unentdeckt in Gefangenschaft, die Flucht nach vorn antrat und sich zu erkennen gab, war er in Begleitung, und weniger die drei Männer selbst als die Art ihres Auftretens signalisierte, dass der, der das Wort ergriff, nicht für sich allein zu stehen glaubte.

Himmler konnte nicht allein sein und schuf sich dafür in der SS die passende Umgebung. Aber um das zu erreichen, bedurfte es vieler, die so fühlten wie er. Brauchte es Grothmann und Macher, wie die beiden hießen, die ihn bis zur Selbstentlarvung begleiteten und auch nun erst von ihm getrennt wurden. Der britische Geheimdienst hatte sie sofort von ihrem Führer getrennt und verhörte sie noch mehrere Wochen lang unter der Maßgabe, dass dieser noch lebe – was vielleicht ein Fehler war, weil es sie erledigte Rücksichten nehmen ließ. Nicht die Himmlers allein sind ein Problem, auch ihre austauschbaren Gefolgsleute, die vielleicht ganz gut allein sein können, aber Führung brauchen.

Zu fünft aus zwei Haushalten – damit fiele Weihnachten vielfach aus. Zehn Jahre her, dass ich, zu Lebzeiten meiner Mutter, an Weihnachtsfeierlichkeiten teilnahm: fünf Personen aus drei Haushalten. Lag im Kanzleramt eine statistische Erhebung vor, welche Größe und Zusammensetzung deutsche Familienverbände haben, bevor Zahlen beschlossen wurden? Haben Journalisten etwas dazu vermeldet, das mir entgangen ist?

Alleinsein und kontrollierte Begegnungen – das ist nicht das pralle Leben, das man führen soll, um die Wirtschaft in Schwung zu halten. Aus dem Dilemma gibt es für die Politik kein Entkommen. Eben hörte ich eine Diskussion im Radio, an der eine Vertreterin des Gaststättenverbandes beteiligt war, als sei sie systemrelevant. Und bei aller Sympathie kann ich das Gejammere über die Kultur nicht mehr hören.

Zugegeben, wenn ich mich mit einer Person treffe, können wir nicht irgendwo einkehren, aber dort, wo Ausgangssperren verhängt werden mussten, hätten wir uns nicht einmal treffen dürfen. Im Übrigen habe ich vor vielen Jahren aufgehört, Bars oder Kneipen, Restaurants und was es sonst noch alles gibt, als Teil meines Alltags aufzufassen. Das soll keine Abwertung bedeuten. Ich war eineinhalb Jahrzehnte lang häufiger Theaterbesucher, auch längere Zeit professionell, habe Filmkunst studiert und bin noch vor ein paar Wochen in einem Kino gewesen. Um Verluste handelt es sich, aber sie sind nicht so existentiell, wie sie dargestellt werden.

Nicht, wenn es sich um einen absehbaren Zeitraum handelt. Die Kultur geht nicht unter, wenn ein Jahr lang keine Theateraufführungen stattfinden. Es ist länger her, dass ich eine besucht habe. Meine dramatischen Bedürfnisse befriedigen Hörspiele.

Ich kann mich noch sehr gut an eine gar nicht so weit zurück liegende Zeit erinnern, als literarische Lesungen etwas Rares waren – unter anderem, weil ich selbst an dergleichen Merkwürdigkeiten teilnahm. Vor die Wahl gestellt, eine Autoren-Lesung zu besuchen oder den Text von einem Schauspieler auf einer Ton-Datei vorgelesen zu bekommen, würde ich Letzteres vorziehen.

Mit der Aura ist es vorbei, soweit es den Kern des Kunstgenusses anbelangt, um salopp zu formulieren, was Walter Benjamin in Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit entwickelt. Und wenn schon Aura käme es auf die einer Othello-Inszenierung von Peter Zadek in Hamburg an, die ich mit verbilligten Ticket vom Oberrang aus sah, als auf meine persönliche Begegnung mit dem Regisseur als Reporter in einer ganz unkünstlerischen Angelegenheit.

Für eine gewisse Zeit ist Live-Kultur ohne nachhaltigen Schaden entbehrlich. Zumal genug andere Kultur live unverändert da ist. Wenn gegenwärtig von Kultur die Rede ist, meint man die „klassischen“ Sparten. Und tut so, als müsse man zuhause ein Piano haben und live bespielen lassen, zum Musik hören zu können. Als sei der Leierkastenmann eine so moderne Form der Musikdarbietung, dass eine der populärsten Kunstliederfolgen damit endet. Muss ich nachschlagen, wann Müller/Schuberts Winterreise erschienen ist?

Die Live-Aura ist lange nicht nur entbehrlich, sondern zu einer eigenen Sparte geworden. Virtuell findet nicht erst seit Erfindung des Internet die Hauptsache statt, spielt die Musik. Für meine musikalische Sozialisation spielt das Live-Erlebnis eine gewichtige Rolle, weil ich sie selbst produzieren musste, um damit zu tun zu bekommen. Bevor ich mit 16 mein erstes Konzert besuchte, veranstaltete ich mit 13 eigene Aufführungen.

Gleichwohl verbindet sich für mich mit Musik ein Erlebnis, das gerade nicht an feste Orte, Konzertsäle, gebunden ist, sondern spätestens seit Verbreitung des Walkman in den 1980ern die musikalische Begleitung an Orten eigener Wahl und nicht als Teil eines Publikums.

Ich weiß genau, welcher Verlust beklagt wird und predige keinen Verzicht, sondern kann die Ungeduld nicht verstehen, die sich damit verbindet. Gewisse wirtschaftliche Unternehmungen, die sich gegenwärtig mit der Kulturvermarktung beschäftigen, werden die Corona-Krise nicht überstehen. Davon geht die Kultur nicht nur nicht unter, sondern erhält die Möglichkeit, sich neu zu sortieren. Das ist der Motor der Kulturgeschichte. Diese Krise hat Tote gekostet. Mindestens kann man ihnen schuldig sein, die aufdringlichsten Lehren auch zu ziehen.

Ich kann damit leben, wenn Weihnachten ausfällt, wenn Theater und Gaststätten noch eine Weile länger geschlossen bleiben. Eine Ausgangssperre, und das ist es, was seit März ansteht, sofern Ungeduld den Kurs bestimmt, wäre eine Art von Einschränkung, die wahrhaft Unentbehrliches beträfe. Ich kann auf die Kinobesuche mit einer bestimmten Person verzichten, schwerlich aber darauf, ihr überhaupt zu begegnen, und sei es mit Maske und Abstand.

Meldung im Live-Ticker, während ich dies poste: „Strikte Ausgangsbeschränkungen in Nürnberg“, schon gar kein Christkindlmarkt. Kulturmenschen sollten es verkraften.

Kam inzwischen zwei, drei Mal vor, dass der Supermarkt, in dem ich mich mit Lebensmitteln zu versorgen pflege, überfüllt war und ich in einer Schlange vor der Tür anstehen musste. Am Samstag, den 5. Dezember, zum Beispiel. Ich habe nicht auf die Uhr geschaut; drei Minuten, schätze ich, wartete ich auf den Einlass.

Problematisch ist, dass der Gehweg vor dem Supermarkt für Passanten und die Radfahrer, die den Radweg ignorieren, auch ohne die Schlange keinen Abstand zulässt und mir, während ich dort stand, all jene zu nahe kamen, die Ausweichen für eine Verringerung ihres Grundrechts halten, sich wie ein SUV durch Menschenmengen zu bewegen, die Panzerfahrer unter den Passanten. Unmaskierte atmeten mich an, während ich auf den Zugang zum Supermarkt wartete, wo mir Maskierte nicht so nahe kamen wie draußen.

Am 6. Dezember meldet der → NDR einen Andrang, bei dem die Polizei eingreifen musste. Ist das Panikmache oder nur redaktionelle Blödheit? Statt Sensationen zu suchen stünde es zumal einem öffentlichen-rechtlichen Sender an, der nicht um Quote und Clickzahlen buhlen müsste, sich dem Alltag zu widmen. Dazu aber müsste das verantwortliche Personal seine geschützten Räume verlassen, in denen es die Arbeitszeit damit verbringt, Polizeiberichte abzuschreiben.

Ausgangssperren drohen. Soweit haben jene, die meinten, ihr Verhalten der Seuche nicht anpassen zu müssen, es also gebracht. Jene, denen die Politik suggeriert hat, man könne mitten im Lockdown Weihnachten in gewohnter Weise begehen. Die sich in klirrender Kälte zum Glühwein-Saufen zusammen rotten und sich dann auch noch mit der Polizei anlegen. Jene, die den Untergang der Kultur beschwören und die Politik damit unter Druck setzen. Die Politik selbst, die Monate hat verstreichen lassen ohne Vorkehrungen zu treffen. Weil sie Angst vor den Bürgern hat, die zu Zehntausenden auf die Straße gingen gegen die „Corona-Diktatur“?

Derartige Kundgebungen der Abstands- und Maskenverweigerer sind inzwischen auch gerichtlich verboten worden. Warum erst jetzt? Von der politischen Klasse ist dazu weiterhin nichts zu hören. Die Bürgerschaft, die sich an die Hygieneregeln hält, wird unverdrossen weiter verhöhnt von Politikern, die nicht entschieden jene ausgrenzen, die die Regeln vorsätzlich brechen. Der Effekt lässt sich alltäglich bei denen studieren, die zwar nicht die Existenz der Seuche leugnen, sich aber benehmen, als würde sie sie persönlich nichts angehen.

Jogger, die in 30 Zentimeter Abstand an mir vorbei hetzen und mir ins Gesicht keuchen. Familienverbände, die den schmalen Gehsteig blockieren, indem sie zu dritt oder viert nebeneinander spazieren und es mir überlassen, nicht in ihre Aerosolauren zu geraten. Unterdessen ist die übliche Weihnachtshektik ausgebrochen, bei der auch ohne Seuche alle Achtsamkeit zuschanden geht.

Also Ausgangssperren. Im Nachhinein wäre es vielleicht klüger gewesen, bereits im Frühjahr die Zügel anzuziehen. Damit die Leute den Schuss wirklich gehört hätten. Wie viele müßige Diskussionen wären damit erspart geblieben! Auch im Autoverkehr sterben täglich Menschen ohne dass das Konsequenzen hätte, argumentieren die Verharmloser. Wie gut, dass der Autoverkehr von der Seuche nicht betroffen ist. Sonst würde die Gesellschaft vielleicht doch zusammenbrechen.

Meldung vom 8. Dezember: „Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina will übereinstimmenden Medienberichten zufolge einen dringenden Appell an die Politik richten, die hohe Zunahme an Neuinfektionen durch einen harten Lockdown schnell und drastisch zu verringern. Das soll beinhalten: Aussetzen der Schulpflicht ab 14. Dezember, nachdrückliche Aufforderung zum Homeoffice, alle Gruppenaktivitäten in Sport und Kultur einstellen. Ab Weihnachten bis mindestens 10. Januar sollte ‚das öffentliche Leben weitgehend ruhen‘, heißt es. Alle Geschäfte schließen bis auf die, die den täglichen Bedarf decken, Weihnachtsferien bis 10. Januar verlängern. Urlaubsreisen und Zusammenkünfte müssten unterbleiben.“

So weit, so vernünftig. Wie aber seit dem Frühjahr zu erleben war, sind Gefühle der Maßstab der Gesellschaft. Hysterische Corona-Leugner sind nur die Spitze des Eisbergs. Und das „öffentliche Leben“ ist nur ein Teil des Problems. Von Beginn der Pandemie an ist der Bevölkerung vorgemacht worden, die Seuche sei mit ein bisschen Kosmetik zu besiegen. Und als die Infektionszahlen anstiegen, wurde mit der Impfstoff-Erlösung geworben, obwohl klar sein konnte, dass es noch sehr lange dauern würde, bis genügend Menschen geimpft wären, um das Virus auf diese Weise zum Verschwinden zu bringen. Die Hoffnung stirbt zuletzt; sie aber künstlich aufrecht erhalten zu haben, hat den Anstieg der Todeszahlen mit verursacht.

Von einer politischen Klasse, die zwar das Gemeinwohl im Mund führt, aber vorwiegend vom persönlichen Eigennutz angetrieben wird, sind die notwendigen Entscheidungen nicht zu erwarten. Diese hätten schon vor Wochen gefällt werden müssen. Stattdessen fehlen bis heute klare Ansagen. So wird zwar der Glühwein-Ausschank in bestimmten Gegenden von Hamburg verboten – aber kein Politiker tritt vor und nennt jene, derentwegen das Verbot ausgesprochen wird, beim Namen.

Als asozial gelten in dieser Gesellschaft jene, die nicht am Konsumismus teilhaben können, und nicht jene, die die Welt bis zur Neige verbrauchen. Hartz-IV-Bezieher sind Abschaum, Ski-Urlauber sind Leistungsträger. Insofern die Infektionsketten überwiegend im Dunkeln liegen und auch sonst kein verlässliches statistisches Material veröffentlicht wird, bleibt es Spekulation, durch wen und auf welche Weise sich die Seuche verbreitet. Soviel aber weiß ich: Arme wie ich haben entschieden weniger Gelegenheit, das Virus zu verteilen wie zu empfangen. Asozialität ist ein Virenschutz.

Von Corona-Verharmlosern und -Leugnern hört man stereotyp, alle anderen könnten nicht selbst denken und seien einer Gehirnwäsche unterzogen worden. In gewisser Hinsicht stimmt das. Seit die Infektionszahlen fünfstellige Werte erreicht haben, muss Denkenden klar geworden sein, was die Stunde geschlagen hat. Dass die Politik darauf zögerlich und unangemessen mit einem „Lockdown light“ reagiert hat, hat sie inzwischen offenbar selbst eingesehen.

Indes scheint die politische Klasse nicht mit denkenden und verantwortlich handelnden Bürgern zu rechnen. Im niedersächsischen Landtag kritisieren die Grünen die Regierung, dass die nun gefällten Beschlüsse, zu Weihnachten und an Silvester Superspreader-Events zu verhindern, schon vor zwei Wochen hätten kommen müssen. „Jetzt hätten viele Menschen schon Weihnachtsreisen geplant und Zugtickets gebucht“, wird die Fraktionschefin im NDR zitiert. „Eine langfristige Strategie hätte für mehr Planbarkeit gesorgt“. Selbständig denkenden Bürgern war vor zwei Wochen klar, dass sie auf ein Weihnachten wie im vorigen Jahr würden verzichten müssen. Die brauchen keine Anweisungen der Politik, um sich vernünftig zu verhalten.

Hamburg, Spitalerstraße

Wer vor zwei Wochen Zugtickets gekauft hat, weil die Regierung von einem lockeren Weihnachten ausgegangen ist, ist so verantwortungslos wie jene, denen man das Glühwein-Saufen verbieten muss, weil sie nicht von selbst darauf verzichten wollen. Seit einem Dreivierteljahr könnte jedem klar sein, wie angemessenes Verhalten in der Pandemie aussieht. Wer dazu ausdrückliche Anweisungen der Regierung braucht, ist offenbar nicht als mündiger Bürger in der Demokratie angekommen.

Dass jene, die meinen, es gäbe gar keine Seuche, von einer Corona-Diktatur reden, hat insofern seinen paradoxen Sinn, dem die Grünen im niedersächsischen Landtag beipflichten, indem sie von der Regierung erwarten, der Bürgerschaft vorzuschreiben, was sich diese selbst hätte denken können.

Als Agnostiker sind mir alle religiösen Rituale gleichgültig. Gleichwohl wurde ich zwei Mal im Jahr damit konfrontiert. Mindestens dadurch, dass eine Anzahl Konsumgüter in entsprechender Verpackung Wochen vor dem Termin allenthalben angeboten wurden. Ostern ließ sich meist einfach ignorieren, aber zu Weihnachten wurde ich ausdrücklich gefragt, wie ich es verbringen würde. Nicht, dass jene, die mich fragten, sonderlich religiös gewesen wären. Mit dem Christentum, zu dem sich nurmehr die Hälfte der Bevölkerung bekennt, hat Weihnachten nur formal zu tun. Aber an den Feiertagen kommen unter dem Tannenbaum Familien zusammen, um eine Verbindung zu simulieren, die möglicherweise gar nicht besteht, weil sie sich eben auf diese Zusammenkunft zu Weihnachten beschränkt.

Mein letzter derartiger Termin liegt zehn Jahre zurück. Mit dem Tod meiner Mutter war meine Teilnahme am Weihnachtsritual überflüssig geworden. Auf die allfällige Frage, wie ich Weihnachten verbringen würde, hatte ich nun allerdings keine Antwort mehr, die die Fragesteller befriedigen könnte. Wer Weihnachten nicht als etwas Besonderes empfindet, macht sich verdächtig. Schließlich beteiligen sich an dem Ritual nicht nur die Christen, sondern auch die Mehrzahl aller anderen. Selbst die Muslime, mit denen ich Umgang hatte, waren nicht davor gefeit, sich mit dem christlichen Zinnober auseinandersetzen zu müssen, der ein paar Wochen lang das öffentliche Leben bestimmte.

Dieses Jahr ist alles anders. Es gibt keine Weihnachtsmärkte mit Buden, an denen Glühwein in sich hinein geschüttet wird. Im Supermarkt stehen nicht alle paar Meter Weihnachtsartikel. Und meine Antwort auf die Frage, wie ich Weihnachten verbringe, ist nicht mehr anstößig sondern politisch korrekt: wie jeden anderen Tag. Ich habe nicht vor, mich mit mehreren anderen in einem ungelüfteten Raum zu versammeln, um Viren zu verschleudern.

Weihnachten gilt als besinnliches Fest, bei dem Kinderaugen leuchten und Eltern und Großeltern besucht werden. Auf diesen Pflichttermin folgte die Kür, die Party, auf dem der Alkohol in Strömen floß und die Böllersau herausgelassen wurde. Meine letzte Teilnahme an einer Silvesterparty liegt 35 Jahre zurück. Mehrfach war ich an diesem Tag als Reporter mit der Polizei unterwegs, um mir anzuschauen, wie die sonst so brave Bürgerschaft außer Rand und Band gerät.

Wenn ich in der Vergangenheit antwortete, dass ich Silvester wie jeden anderen Tag verbringen würde, wurde ich wahlweise bedauert oder beargwöhnt. In diesem Jahr wird mir diese Frage nicht gestellt werden. Es wird wohl Silvesterpartys geben, aber sie werden konspirativ geplant werden.

Die Hütte brennt, und alle schreien haltet den Dieb. Dieselben, die beklagen, dass sich ein Obrigkeitsstaatsgefühl breit mache, erwarten von der Politik die ultimative Lösung. Dabei ist diese klar: Kontakte reduzieren, Abstand halten, Maske tragen. Am Samstag, den 12. Dezember, waren nach Angaben des Einzelhandelsverbandes in der Hamburger City nur halb so viele Leute unterwegs wie im Vorjahr. Aber es waren Massen dort, um Weihnachtsgeschenke zu kaufen, weil ihnen die Politik versprochen hat, dass sie das Fest wie gewohnt würden begehen können.

Die Corona-Verharmloser in der Politik haben mit den Corona-Leugnern seit Monaten ein Bündnis geschlossen, und jetzt ernten sie die Früchte in zuletzt täglich an die 600 Toten.

Es wird nicht genug einbringen, das öffentliche Leben noch strikter zu beschränken als bisher, solange die Bürgerschaft nicht begreift, dass es darauf ankommt, das private Leben radikal umzustellen. Davon aber ist nichts zu hören. Die Politik sagt nicht: verzichtet auf Treffen, sondern diskutiert darüber, in welcher Größe und Zusammensetzung Treffen erlaubt sein sollen – als bestünde die Möglichkeit, die Einhaltung solcher Vorschriften zu kontrollieren. Über ein Böllerverbot an Silvester wird gestritten, statt zu sagen, Silvester fällt dieses Jahr aus.

Das neue Allheilmittel, das vor allem von der Splitterpartei FDP und dem grünen Bürgermeister einer Kleinstadt propagiert wird, lautet, Lockdowns durch den Schutz von Risikogruppen zu ersetzen. Also: Hausarrest für Vorerkrankte und Leute ab einem bestimmten Alter, damit die anderen so weiter machen können wie bisher. Als über 60-Jähriger sollen meine Freiheiten weiter eingeschränkt werden, damit die Partypeople sich zum Glühwein-Cornern zusammen rotten können?

Noch ist nicht entschieden, ob sich die Corona-Leugner ohne Abstand und Maske am 31. Dezember in Berlin versammeln können. Macht schon keinen Unterschied mehr. Sie haben gewonnen. Ihre Haltung, die über Leichen geht, wird täglich mehrheitsfähiger. Und zwar nur, weil die Bevölkerung keinerlei Abweichungen von ihrem Alltag zu ertragen bereit ist und die Politik ihre Illusion nährt, die Seuche ohne Einschränkungen überstehen zu können.

17. Dezember: heute 700 Tote. Gestorben an einer Seuche, die von denen geleugnet wird, die morgen in Buxtehude demonstrieren wollen. Wofür oder wogegen treten sie an? Für oder gegen das Sterben?

Aber nein, für das Mitteilungsblatt der Rechts- und Denknachfolger von Kaiserreich und Nationalsozialismus, dem Stader Tageblatt, handelt es sich bei den Covidioten nicht um Corona-Leugner sondern um „Skeptiker“. Man will es sich wohl nicht mit potenziellen Anzeigenkunden verderben. Was die Frage aufwirft, wie viele von den Maßgeblichen Dreihundert, die abseits aller demokratischen Regeln die Geschicke der Region bestimmen, inzwischen der Szene angehören, so dass die einzige Tageszeitung ihnen in den verlängerten Rücken kriechen zu müssen meint.

Und wieso kann mitten im harten Lockdown überhaupt eine Demonstration von Leuten stattfinden, die auf ihren Veranstaltungen Masken und Abstand verweigern? Fragen, auf die die von keinem Skeptizismus angekränkelte Redaktion der Journalisten-Darsteller die Antwort schuldig bleibt.

Der Hamburger Arzt Dr. Walter Weber soll eine Rede halten. Er vertritt eine Organisation, die von einer „Corona-Zwangsimpfung“ faselt. Vor langem machte Dr. Weber schon einmal auf sich aufmerksam, weil er einer Patientin eine „Angsterkrankung“ attestierte, weil sie angeblich mit körperlichen Symptomen auf die Anwesenheit von Dunkelhäutigen reagiere.

Erst nach dem Artikel über ihre Entscheidung fühlen sich die Vertreter der Stadt Buxtehude bemüßigt, ihr Hirn einzuschalten und die Interessen der Bürgerschaft zu vertreten. Die für den 18. Dezember angekündigte Versammlung wird untersagt – mit der Begründung, dass die Auflagen, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und den Abstand einzuhalten, von den „Skeptikern“ ignoriert werden und damit nicht nur Demonstranten sondern auch Passanten gefährdet würden.

Die Zeitung wie die politische Klasse schweigt selbstverständlich dazu, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass die Verwaltung eine Genehmigung erteilte. An der Korruption in Buxtehude und Stade hat Corona nichts geändert. Aber der Ausnahmezustand macht sie deutlicher sichtbar als zuvor. Über aktuelle Infektionszahlen wird in vollkommener Übereinstimmung zwischen Verwaltung, Politik und Presse die gemeine Bürgerschaft im Landkreis Stade schon lange nicht mehr informiert, so dass die Verantwortlichen sich keine unangenehmen Fragen stellen lassen müssen.

Es gibt keine „Corona-Diktatur“, wie die „Skeptiker“ behaupten. Aber die Seuche wirft ein Schlaglicht darauf, wie wenig demokratisch die Verhältnisse sind.

Fünfstellige Infektionszahlen und hunderte Tote täglich sind inzwischen Normalität. In den Medien wird über Impfstoffe, Tests und Masken berichtet, als seien diese Allheilmittel. Dieser Tage will mir ein Freund irgendeine käuflich zu erwerbende Maskensorte aufdrängen, als hinge meine Gesundheit davon ab. Außer in den zehn Minuten, die ich im Supermarkt verbringe, komme ich niemandem nahe genug, um mir Viren einzufangen, und zum Schutz davor hat der Stofflappen, den ich mir vorbinde, bis dato offenbar ausgereicht. Mich mit einer vermeintlich besseren Maske zu versehen, mich testen zu lassen oder darüber nachzudenken, wann ich für eine Impfung in Frage komme, scheint mir so sinnlos wie eine Diskussion mit Corona-Leugnern. So wie diese in ihrer Abwehr der Schutzmaßnahmen immer aggressiver werden, scheint sich andererseits Panik auszubreiten.

Als die Pandemie begann, war ich eine Zeit lang ängstlich, weil ich nicht wusste, was auf mich zu kommt. Inzwischen habe ich mich mit dem Damoklesschwert eingerichtet und festgestellt, dass es von mir keine sonderlichen Verhaltensänderungen fordert. Ungesellige Einzelgänger sind in Seuchenzeiten klar im Vorteil. Nachdem ich zwischenzeitlich von einer Klein- in eine Großstadt umgezogen bin, haben sich meine Kontakte weiter reduziert. Unter anderen Umständen hätte ich mich wohl bemüht, neue Kontakte zu knüpfen; so sind es genau die zwei Leute, die ich bereits kannte, mit denen ich in meiner neuen Umgebung verkehre. Beide sind über 60 und einer aufgrund dessen, was Vorerkrankung genannt wird, besonders vorsichtig. Ich könnte an zwei Händen abzählen, wie oft ich ihnen begegnet bin.

Im Übrigen halte ich mich von Menschen fern. „Du musst mehr unter Menschen“: der Spruch wurde mir gern entgegen gehalten, wenn ich mich mit etwas am Schreib- und Zeichentisch beschäftigt war und diesen nur verließ, um zum Supermarkt zu gehen oder allein durch die Gegend zu strolchen. Einsamkeit wie eine Krankheit zu betrachten ist weit verbreitet. Aber bloße Gesellschaft ist kein Heilmittel dagegen. Die Insassen von Alten- und Pflegeheimen können an Einsamkeit leiden, obwohl sie praktisch nie allein sind. Und dass sie nie allein sind hat sie zum bevorzugten Opfer des Virus gemacht. Zufällig kannte ich das Heim, das die ersten Todesfälle in Stade zu verzeichnen hatte, näher. Und was die Bedingungen dort für mich so abschreckend machte war dasselbe, das die Ausbreitung des Virus begünstigte: dass kein Alleinsein möglich war.

„Ich denke, dass dies kein richtiger Umgang mit kranken Menschen ist. Mir ist klar, dass in Corona-Zeiten die ganze Welt verrückt spielt, aber deswegen keine Lebensmittel mehr einkaufen zu können, geht nun wirklich zu weit“, sagt die 59 Jahre alte Sozialversicherungsfachangestellte aus Himmelpforten, die ihre Lebensmittel in Stade einzukaufen pflegte. Aus einem bestimmten Geschäft wurde sie nun verwiesen, weil sie keine Maske trug.

Einer Lungenerkrankung wegen hat die Dame ein Attest, das sie von der Maskenpflicht befreit. Aber das interessierte die Geschäftsleitung nicht, die sich auf den Schutz ihrer anderen Kunden berief, als sie von ihrem Hausrecht Gebrauch machte. Eine Anzeige der Frau gegen das Geschäft wegen Diskriminierung wurde von der Polizei nicht angenommen.

Sie sei keine „Corona-Leugnerin“, beteuert die Frau in dem Bericht, den ihr das Stader Tageblatt widmet. Natürlich nicht, denn die heißen in der politisch korrupten Postille „Skeptiker“. Die Geschichte wird aus der Sicht der Frau dargestellt, die meint, alle Welt würde wegen Corona „verrückt spielen“ und Kranken den Einkauf von Lebensmitteln verwehren.

Offenbar hat sich die Redaktion verschätzt, denn die Kommentare auf ihrer facebook-Site geben nicht etwa der Frau Recht, sondern weisen sie darauf hin, dass es von ihr verantwortungslos sei, ohne Maske einkaufen gehen zu wollen, und sehr wohl zumutbar, Attest hin oder her, andere vor ihrer Aerosolaura zu schützen. Tatsächlich melden sich ebenfalls an der Lunge Erkrankte zu Wort, die sich durch ein paar Minuten Maskentragen nicht schwerwiegend beeinträchtigt fühlen und verweisen die Frau außerdem darauf, dass Lebensmittelgeschäfte schon lange vor Corona auch Lieferungen ins Haus vornahmen. Nun, vielleicht nicht von Stade nach Himmelpforten. Dieser Punkt wird interessanterweise im Zeitungsartikel nicht weiter hinterfragt: warum die Frau unbedingt nicht an ihrem Wohnort einkaufen können zu müssen meint.

Der Versuch der Pseudo-Journalisten, die Meinung ihrer Leserschaft im Sinne der Maskengegner zu manipulieren, ist jedenfalls krachend gescheitert. Diese ist offenbar noch nicht ganz so hirnverbrannt wie die Redakteur*innen.

Nur ein Viertel der Ansteckungen kann zurück verfolgt werden. Dementsprechend fragmentarisch sind die Angaben einer aktuellen Studienauswertung von Forschern in Baltimore. An der Spitze der Infektionsquellen stehen demnach mit 46 bis 66 Prozent die privaten Haushalte, gefolgt von Sammelunterkünften und Pflegeheimen.

Chorproben, Fitnessstudios, religiöse Veranstaltungen und fleischverarbeitende Betriebe sind die erstrangigen Superspreader. In den USA hat der Feiertag Thanksgiving am 26. November die Infektionszahlen in die Höhe getrieben. Weihnachten wird aller Wahrscheinlichkeit nach ebenfalls einen Anstieg zur Folge haben.

Ausatmen, Husten, Sprechen, Singen und Niesen sind die Hauptübertragungswege. Auf der Haut überleben die Viren bis zu elf Stunden, am längsten auf Kunststoff und Edelstahl. Türklinken oder Haltestangen im Bus können bis zu drei Tage infektiös sein. Die Übertragung durch kontaminierte Oberflächen auf Menschen ist freilich bislang nicht bewiesen, ebenso nicht die Ansteckung durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel.

Ich lebe allein und habe bis auf eine Ausnahme vor Wochen an keinerlei Veranstaltung in geschlossenen Räumen Teil genommen. Ich berühre keine andere Türklinke außer der eigenen. Aber nach Weihnachten werde ich aufpassen müssen, denn unter den Leuten, mit denen ich Umgang habe, sind solche, die sich zu Familienfeiern getroffen haben werden.

Dass ich nun eine FFP2-Maske tragen muss, wenn ich den Supermarkt aufsuche, wird die Ausbreitung der Seuche nicht verhindern. Jene, die ihre Kontakte nicht verringern wollen, werden mit FFP2-Maske so weiter machen wie bisher. Womöglich werden sie sich für geschützter halten und mehr Begegnungen haben.

Gestern, am 21. Januar, beim Spaziergang im Sonnenschein am Kaiser-Friedrich-Ufer, sind wie gehabt Jogger unterwegs und verstreuen ihre Aerosole, stehen Leute ohne Maske beieinander und atmen sich ins Gesicht. Unterdessen hat eine der üblichen Pannen bei der Bahn, für die ausdrücklich niemand verantwortlich sein soll, für Gedränge auf den Bahnsteigen und überfüllte Ersatzbusse gesorgt.

Nachdem die Regierung vor einschneidenden Maßnahmen zurück geschreckt ist und lediglich den halbgaren Lockdown bis Mitte Februar verlängert hat, füllen sich die Straßen wieder. Alles nicht so schlimm: die Botschaft der Politikerkaste ist angekommen.

Die Spezialdemokraten sind bereits im Wahlkampfmodus und fordern Sonderrechte für Geimpfte. Tatsächlich geht es mit den Impfungen nicht voran. Zur Volksverdummung verschickt die SPD-Gesundheitsministerin von Niedersachsen Aufforderungen, sich um einen Impftermin zu bemühen, der von den zuständigen Stellen nicht vergeben werden kann. Dass das Schreiben auch an Tote adressiert ist, setzt der Inkompetenz der Entscheidungsträger die Krone auf.

Über 50.000 Tote verzeichnet die Statistik. Anlass für den Bundespräsidenten von den Spezialdemokraten, nein, nicht zu dringenden Ermahnungen an die Leichtfertigen, sondern für die Planung einer Trauerfeier, bei der sich die Politikerkaste selbst in Szene setzen kann.

Die Medien haben sich vollends auf Verlautbarungen verlegt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist unzufrieden mit der deutschen Politik, aber die Schlagzeilen beherrschen die Feierlichkeiten zur Vereidigung der US-Präsidenten. Und die Sozialen Netzwerke füllen sich mit Nonsens, als hätte die Welt nur Mode-Probleme.

Fortsetzung folgt