Am 9. September 2016 wurde ein Ehepaar in ihrem Haus in Stade-Bützfleth überfallen und ausgeraubt. An den dabei erlittenen Verletzungen starb der Ehemann.

Fall geklärt, Täter ermittelt: es war ein Ausländer. So ging vor einem Jahr der Werbespruch von Polizei und Presse für die Alternative für Deutschland. Blogger und facebook-Kommentatoren griffen die Lösungsformel begierig auf und machten einen Islamisten oder Asylbewerber zum Täter.

Vor einem Jahr. Einem im vergangenen März erstellten Blog-Post (hier) ließ ich im April einen zweiten folgen (hier).

Nichts Neues seither. Die Staatsanwalt scheint von drei Tatbeteiligten auszugehen. Einer von diesen, mein Bekannter Mahmoud W., als „Haupttäter“ verschrien, ist auf der Flucht und hält sich dem Vernehmen nach im Libanon auf.

Und was ist mit den beiden anderen? Dass die Justiz einen Fall für erledigt erklärt, weil sie eines Täters nicht habhaft werden kann und die anderen laufen lässt, sollte nicht vorkommen – und tut es üblicherweise auch nicht. Wenn der Fall denn so geklärt wäre wie behauptet.

Abgesehen davon, dass ich durch meine Bekanntschaft mit Mahmoud W. Einblicke habe, die gewöhnlichen Berichterstattern nicht zur Verfügung stehen, dokumentiere ich den Fall als Musterbeispiel für die Korruption zwischen Polizei und Presse (dazu mehr hier.)

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