Keine Neuigkeiten sind auch welche

»War noch was mit der NPD?«, hatte ich unlängst Gelegenheit, mich zu fragen. Dann nahm ich mir eine 2014 abgeschlossene Textsammlung über Neonazis in Niederdeutschland vor (Braune Bande), in der ich die AfD nicht berücksichtigen konnte und musste und fand es überflüssig, verständigen Lesern heute den Zusatz aufzudrängen: »siehe weiter im gegenwärtigen Bundestag«.

Wie sich in meiner regionalgeschichtlichen Betrachtung des Neonazismus und der NS-Gedenkkultur zwischen 1965 und 2013 die großen Züge des Zeitgeistes en miniature und aus der Nähe spiegeln, vertraue ich darauf, dass meine Beobachtungen zur Alternative für Deutschland vor meiner Haustür die wesentlichen Trends enthalten.

(Siehe Neonazis aus dem Schatten oder Angstmache in Buxtehude und Das Auto der AfD sowie Angsthasen in Buxtehude.)

Das Vorletzte, womit die Partei von sich reden machte, war der halbe Rauswurf des Abgeordneten →Lars Seemann. Das Letzte war Anfang März 2018 dieselbe Geschichte als Fortsetzung. Ein Herr Jan Hensen verließ die Kreistagsfraktion – mutmaßlich im Streit um das Verfahren mit Seemann.

Die Verringerung der Fraktionsstärke könnte Auswirkungen auf die Ausschüsse im Kreistag haben. In den Zeitungen lese ich seither nichts mehr davon. Besagt das nicht genug?

Die AfD ist im politischen Alltag angekommen. Ob sie sich zerlegt wird so wenig untersucht wie die Zustände in den anderen Parteien, die in der Presse, je nach Ausrichtung, vor allem mit Eigenwerbungsmaßnahmen vorkommen.

Noch ist das ein Unterschied zur AfD. Im Übrigen gilt für die Parteien in der Provinz, dass sie nicht ihrer lokalen Vertreter wegen gewählt werden, sondern danach, wie sie in den Medien ankommen. Je kleiner die Gruppierung, desto mehr. Den einen oder anderen Mandatsträger von CDU und SPD könnte man auf der Straße erkennen – von denen der Linkspartei und der AfD ist allenfalls das Selbstporträt zum Wahlkampf in Umlauf.

Schert keinen, wer diese Hensens oder Seemänner sind und was von ihnen bei genauer Betrachtung als Volksvertreter zu halten wäre. (Gestalten im Schatten)

Die Fraktion der AfD ist von fünf auf drei geschrumpft. Auf dem Wahlzettel standen im September 2016 drei Namen. Aufgrund des hohen Stimmenanteils wurden fünf Abgeordnete entsandt. Ist diese Entwicklung schon eine Pointe?

31. März 2018

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